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Am Donnerstag beginnt die Eurobasket 2017 in der Türkei, Israel, Rumänien und Finnland. Insgesamt 24 Teams streiten in vier Vorrundengruppen um die beste Ausgangsposition vor der K.O.-Endrunde in Istanbul. Wir haben alle Teilnehmer im Vorfeld gecheckt: Wer sind die Favoriten? Wer fordert sie heraus? Und wer läuft nur mit? 

Text: Seb Dumitru @nbachefkoch

Gruppe A

Favorit

Frankreich
Die “Ära Tony Parker” ist vorbei; an seiner statt sollten eigentlich Rudy Gobert und Nicolas Batum das Zepter der französischen Medaillenambitionen übernehmen. Beide NBA-Profis werden Nationalcoach Vincent Collet jedoch fehlen. Die Hoffnungen der Equipe Tricolore ruhen nun auf Nando DeColo und Evan Fournier. Was auf den ersten Blick wie ein Umbau aussieht, ist auf den zweiten die Fortsetzung der exzellenten Arbeit von Collet und seinem Stab. Die Nummer vier der Weltrangliste kann auch ohne die fehlenden grossen Namen eine grosse Rolle spielen. Fournier und DeColo stellen einen der besten Backcourts im Turnier; auf den grossen Positionen bringen Boris Diaw, Joffrey Lauvergne und Kevin Seraphin NBA-Qualität mit. Rang eins in Gruppe A und ein einfacher Weg ins Viertelfinale könnten Frankreich den nötigen Schub in Richtung Top-Drei Finish geben.

Up Next

Slowenien
Seit seiner Unabhängigkeit vor 26 Jahren wartet Slowenien vergeblich auf eine Medaille bei einem internationalen Turnier. Gelingt 2017 endlich der Durchbruch und der Sprung aufs Podium? Die Sterne stehen günstig. Angeführt vom Wirbelwind Goran Dragic (der nach dieser Eurobasket seine Nationalmannschaftskarriere beenden wird), dem 18-jährigen Wunderkind (und künftigen Top-Drei-Pick) Luka Doncic, sowie dem eingebürgerten NBA-Big Anthony Randolph (Doncics Teamkollege bei Real Madrid), wartet die Nummer zwölf der FIBA Weltrangliste auf seine Chance in den K.O.-Runden. Harte Defensive, ein hohes Tempo und schnelle Würfe zeichnen den Spielstil der Truppe von Head Coach Igor Kokoskov aus. Dieser Style und individuelle Klasse könnten ausreichen, um den “Drachen” der Miami Heat gebührlich in seinen internationalen Ruhestand zu schicken.

Griechenland
Die Hellenen zählen irgendwie immer zu den Mitfavoriten – obwohl sie international seit 2009 nichts mehr gewonnen haben. Die basketballverrückten Fans waren bereit, ihre Riesen in Blau-Weiss endlich wieder zu einem Titel zu pushen. Der herbe Dämpfer folgte prompt: Megastar Giannis Antetokounmpo fällt verletzt aus. Ohne einen dominanten “Greek Freak” wird es die Truppe von Kostas Missas schwer haben, aufs Podium zu klettern. Die Griechen haben natürlich weiterhin Qualität im Kader: Ioannis Borousis, Georgios Printezis und Nick Calathes sind hoch dekorierte Euroleague-Veteranen; Kostas Papanikolaou, Evangelos Mantzaris, Kostas Sloukas und Nikos Pappas gewannen unter Missas einst Gold bei der U20 EM vor acht Jahren. Das Prunkstück bleibt die harte Defensive; will “Hellas” jedoch unter die Top-Drei stürmen, muss aus dem Backcourt viel mehr kommen als gewohnt – vor allem ohne den zurückgetreten Vassilis Spanoulis.

Challenger

Finnland
Vor heimischem Publikum und mit einer Mischung aus jung und alt will Henrik Dettmann seine Farben nicht nur aus der Vorrundengruppe A, sondern gleich zur ersten Viertelfinalteilnahme seit 50 Jahren führen. Verankert von Petteri Koponen, Sasu Salin (beide aus der spanischen Liga ACB) und dem diesjährigen Lotterie-Pick Lauri Markkanen (Chicago Bulls), will Finnland in Helsinki Geschichte schreiben, will zeigen, dass die Entwicklungsarbeit in der zurückliegenden Dekade die bisher beste Nationalmannschaft der Geschichte produziert hat. Nur ein Sieg aus acht Testspielen verdeutlichte aber auch: selbst das Erreichen des Achtelfinals könnte bereits eine Nummer zu gross sein.

Polen
Nach dem internationalen Karriereende von Marcin Gortat steckt Polen mitten im Generationswandel. Überathlet Mateusz Ponitka und Big Man Przemyslaw Karnowski, der nach seiner erfolgreichen NCAA-Karriere bei den Gonzaga Bulldogs in die spanische ACB wechselt, schliessen sich mit Adam Waczynski und A.J. Slaughter zusammen, um das grosse Ziel Achtelfinale zu erreichen. Die Verletzung des ehemaligen NBA-Profis Maciej Lampe (Phoenix Suns, New Orleans Hornets, Houston Rockets) macht Neu-Coach Mike Taylor einen Strich durch die Rechnung. Polen wird sich Finnland vom Leib halten müssen, um das Ergebnis von 2015 (Runde der letzten 16) zu duplizieren.

Kanonenfutter

Island
Die Isländer spielten sich bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Berlin in die Herzen ihrer Fans. Längenmässig hoffnungslos unterlegen, wird die nahezu unveränderte Truppe um Martin Hermannsson, Haukur Palsson und Logi Gunnarsson auch heuer mit Kampfgeist und Shooting das Unmögliche möglich machen versuchen. Besonderes Augenmerk gilt Youngster Tryggvi Hlinason, der bei der U20 EM dominierte und auch in der Vorbereitung gegen die erwachsene Konkurrenz zu verblüffen wusste.

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