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Seit 2011 sind die Los Angeles Clippers nun die Macht in Kalifornien, doch bisher war der größte Erfolg der Clippers, die 2. Runde der Playoffs 2014. Mit einem tieferen Kader wollen die Clippers in der neuen Saison noch dominanter auftreten, um so die „großen“ San Antonio Spurs vom NBA Thron stürzen. Ist der Titel 2015 nun endlich realisierbar? Eine Reise zurück und wie sich die Machtverhältnisse in Los Angeles veränderten.

Text: Ben Hanke

2009

Die, seid 1997, nicht mehr in den Playoff vertretenen Clippers, legen in dieser Draft ihren Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft.

So „pickte“ man mit dem 1. Pick einen gewissen Blake Austin Griffin, der den bislang so erfolglosen kalifornischen Fans neue Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft schenkte. Kaum starteten die Clippers in ihre Vorbereitungen, verletzte sich das athletische Talent an der Kniescheibe und sollte unter diesen Umständen die komplette Saison verpassen.

Das „zweite Team aus Los Angeles“ wie es damals noch genannt wurde, konnte sich ohne Starspieler erneut nicht für die Playoffs qualifizieren.

Meister wurde im übrigen der so erfolgreiche Nachbar, die Los Angeles Lakers.

2010

Die Fans machten sich große Hoffnungen, das Blake Griffin das Team endlich wieder in die Playoffs führen und das Nachbar-Team, den Lakers endlich Paroli bieten könnte. Schon sein erster Korb in der NBA sollte symbolisierend für eine spektakuläre Karriere werden. Chauncey Billups passte in einem Fastbreak mit viel Gefühl zu Griffin der aus vollem Lauf kam und den Ball „Alley-Oop“ verwandelte.

Von da an abonnierte er die wöchentliche „NBA Top 10 Plays“. Schnell wurde aus dem Kellerkind „Lob City“ , wie sie von da an genannt wurden. Offensiv lieferten sowohl Griffin, als auch sein Frontcourt-Partner DeAndre Jordan Spiel für Spiel spektakuläre Highlights ab. Allerdings war das Team zu dünn besetzt und es fehlte ein Leader der voran ging.

Die logische Folge: Das „zweite“ Team aus Los Angeles verpasste aufgrund von Unerfahrenheit und ohne Starspieler die Playoffs.

2011

Für die Clippers ist die Saison 2011/2012 die wohl wichtigste der Franchise-Geschichte. Denn Im Dezember 2011 gelang es dem Management einen Coup zu landen. Der Wechselwillige Chris Paul wollte seinen alten Club, die New Orleans Hornets, verlassen und zu einem anderen Team wechseln. Verschiedenste Vereine boten für CP3 und am Ende landete er bei den Los Angeles Lakers. Der damalige Commissinor David Stern legte allerdings sein Veto ein und verbot den Trade.

So war der Weg für die Clippers frei und sie angelten sich den Superstar. Seid diesem Trade änderte sich  auch die öffentliche Wahrnehmung des Klubs. Die Franchise wurde ernst genommen und verbesserte sich über Nacht zu einem Playoff-Team.

Insgesamt änderte sich durch die Ankunft von Paul die Arbeitsmoral und er schaffte es, dass Team auf ein neues Niveau zu heben. Lob City brachte es in den Playoffs bis in Runde 2, wo sie dort aber ohne Chance an den San Antonio Spurs scheiterten. Es sollte die letzte Saison sein wo die Lakers stärker waren als deren Nachbar, die Clippers…

2012

Zu Beginn der neuen Saison wurde der Kader der Clippers gezielt durch die Rollenspieler Lamar Odom, Matt Barnes und Grant Hill verstärkt. Zusätzlich sicherte man sich die Rechte von Jamal Crawford, der im Jahr zuvor bei den Portland Trail-Blazern eine persönlich sehr erfolgreiche Saison spielen konnte. Auch Blake Griffin verbesserte sich und arbeitete an einem Distanzwurf, um sein Offensivspiel gefährlicher zu machen.

Dennoch handelten die Clippers mit ihren Neuverpflichtungen unter Zugzwang. Die Lakers hatten mit der Verpflichtung von Dwight Howard und Steve Nash ihren Kader ordentlich verstärkt und waren bereit für den nächsten Titel. Trotz des individuell starken Kaders schafften es die Lakers aber nicht ihr Spiel richtig zu entfalten. Mehrere Verletzungen und der Abschied von Phil Jackson verhinderten eine erneut gute Platzierung.

Auch die Clippers hatten Probleme mit ihrem Personal. Trainer Vinny del Negro stand bei den Clippers aufgrund von fehlender Spielphilosophie und Defense auf dem Abstellgleis. So kam „Lob City“ zwar sicher in die Playoffs, verloren aber schon in der ersten Runde gegen die Memphis Grizzlies. Unmut machte sich breit und Chris Paul drohte sogar seinen 2013 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, wenn Del Negro bleibt. Der Vorstand reagierte und verplichtete den Star-Coach Doc Rivers, der die Wende bringen sollte.

2013

In diesem Jahr sollte endlich der große Wurf gelingen. Mit Doc Rivers und erneut verstärkter Bank (Collinson, Reddick, Dudley) wollten die Clippers mit neuem Schwung angreifen. Angreifen wollten die Lakers auch, allerdings machte sich Center Dwight Howard nach nur einer Saison aus dem Staub in Richtung Houston und somit verabschiedeten sich die Titelhoffnungen, da ein alternder Kobe Bryant nicht mehr alleine in der Lage ist das Team nun zu führen. Dazu verletzte sich Kobe noch und konnte in der gesamten Saison nur zehn Spiele absolvieren. Die Lakers gehen unter und verpflichten mit Mike D’Antoni einen reinen Offensiv-Coach, der ab sofort nur noch Run-and-Gun spielen lässt. Die Lakers schneiden daraufhin historisch schlecht ab und verpassen nach neun Jahren erstmals wieder die Playoffs.

Ganz anders der Nachbar: Der etabliert sich nun endgültig mit Doc Rivers unter den den besten Mannschaften der NBA und damit auch zur besten in Los Angeles. Zum ersten Mal spielen die Clippers  mit Struktur und einer erfolgreichen Defense. Rivers schafft es außerdem DeAndre Jordan die Defensive näher zu bringen. Dank der tief besetzten Bank bekommen die Starter mehr Auszeiten was sich vor allem am Tempo auswirkt. Chris Paul verbucht in der Saison, dank Rivers neuer Spielzüge und „Fastbreaks“ die meisten Assists und Blake Griffin spielt eine erneut bärenstarke Saison, auch dank mittlerweile ganz passablen Sprungwurf.

Einzig in den Playoffs scheitern sie verdient an Oklahoma City Thunder in der 2. Playoff-Runde.

2014

Der Reifeprozess der Clippers scheint in dieser Saison komplett abgeschlossen zu sein. Der Kader wurde erneut verstärkt (Spencer Hawes) und  alternde Spieler wie Danny Granger oder Jared Dudley wurden abgegeben. Die Teamchemie (siehe der Fall Donald Sterling) stimmt, was bei einem Contender ja bekanntlich fast am wichtigsten ist und Entwicklungspotential ist immer noch vorhanden.

Dazu hat das Team sehr viel Playofferfahrung gesammelt und ist bereit für den nächsten Schritt. In der so schweren „Western Conference“ ist so fast alles für die Clippers möglich da OKC ohne den verletzten Durant nicht mehr in der Lage ist um Platz eins zu spielen. Es bleiben also nur noch die San Antonio Spurs, mit denen man allerdings immer rechnen sollte. Die Clippers sind in den fünf Jahren extrem gereift, der Titel ist für sie nun endlich greifbar. Ob sie die Chance nutzen?

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