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Vielen Basketballfans in Deutschland ist die BBL nicht gut genug. Aus verschiedenen Gründen … Sei es das spielerische Niveau, die Tatsache, dass der Lieblingsverein nun mal jenseits des Atlantiks spielt, der Wunsch einfach mal die Atmosphäre, die man nur aus dem NBA League Pass kennt live zu erleben oder etwas komplett anders, hier sollen einige wichtige Hinweise zusammengestellt werden, damit der Trip nach Nordamerika auch lohnt.

Text: Florian M. Koop

Was die Wünsche einer Reise über den großen Teich angeht, sind diese so verschieden wie die Leute, die so eine Reise machen. Es gibt die einen, die möglichst viele Spiele sehen wollen, andere wollen möglichst viele Arenen sehen. Dann gibt es die, die lieber in Gruppen unterwegs sind, und die, die gerne alleine fahren. Es gibt Leute, die wollen nur NBA-Spiele sehen, andere wollen auch noch die Stadt kennenlernen und „richtig“ Urlaub machen. Für die unterschiedlichen Bedürfnisse hier einige Tipps:

Wer möglichst viele Arenen innerhalb einer kurzen Zeit sehen will, hat zwei gute Möglichkeiten: Die eine wäre eine Tour auf eigene Faust zu machen. Gerade im Nordosten der USA sind sehr viele Teams beheimatet (siehe hierzu das beigefügte Bild aus Wikipedia). In New York sind mit den Knicks und den Nets sogar zwei Teams in einer Stadt. Das Reisen kann man dann entweder mit dem Mietwagen oder per Flugzeug machen. Das eine ist billiger, das andere angenehmer, was man bevorzugt muss jeder für sich selbst entscheiden.

USA

Ein Vorteil ist, dass man hier sehr individuell entscheiden kann, was man machen will und was nicht, sowie welche Städte und Spiele man sehen möchte . Ein Nachteil ist, dass man sehr viel selbst planen muss.

Alternativ wird von Teamsportreisen.de auch öfters ein Hardcore-Trip angeboten. Das Angebot ist eigentlich recht gut – Flug mit Lufthansa in die USA, alles sehr gut organisiert und auch noch den Dré dabei. Das Preis-Leistungsverhältnis ist auch sehr gut und es ist auf jeden Fall billiger als beim selbst organisieren. Die Nachteile sind, wie immer bei Pauschalreisen, dass man weniger Raum für individuelle Gestaltung hat als beim selbst planen und auch nicht lange in einer Stadt verweilt.

Wenn ihr keine bestimmte Arena sehen wollt und auch ein paar Tage länger am jeweiligen Ort verbringen wollt/könnt, hier einige Tipps:

  • Wenn ihr euch für Geschichte begeistert, wären Besuche in Philly, Washington D.C. oder Boston interessant. In diesen Städten gibt es viele Museen und Schauplätze amerikanischer Geschichte zu erleben und für den geschichtsinteressierten Menschen auf jeden Fall ein Besuch wert.
  • Wenn ihr eher das typische Flair einer Großstadt erleben wollt, gibt es viele Möglichkeiten. Die meisten größeren Städte sind eine Reise wert. Ich selbst habe nur Toronto persönlich erlebt, kann diese Stadt aber jedem weiterempfehlen. Das typische Großstadtflair, gleichzeitig eine große Offenheit der Menschen, diese Stadt sollte sich jeder einmal ansehen. Aber welche Stadt man sich ansieht liegt an den persönlichen Wünschen. Falsch machen kann man eigentlich nicht viel. Tipp: Auch wenn die Warriors eigentlich in Oakland spielen, so ist San Francisco gerade mal 19 Kilometer entfernt. Wer also ein NBA-Spiel und eine Reise nach San Francisco kombinieren möchte, kann dies gerne tun.
  • Wer seine Freundin noch vom Sinn einer USA-Reise überzeugen möchte, und in Punkto Städtereise nicht weiterkommt, kann ja auch versuchen mit Denver zu punkten. Diese Stadt liegt direkt an den Rocky Mountains. Aber auch Boston hat mit Neuengland eine schöne Landschaft quasi fast direkt vor der Haustür.

Wie plane ich die Reise?

Wenn man eine Reise plant, ist es Sinnvoll das Prinzip der Opportunitätskosten zu kennen. Im Grunde besagt dieses Konzept, dass man nicht nur Geld für etwas ausgibt, sondern auch die Möglichkeit für dieses Geld etwas anderes zu kaufen. Wer also ein 5-Sterne Hotel bucht, muss entweder sein Reisebudget erhöhen, oder einen billigeren Flug finden.

Bei Flügen gilt die Faustregel, dass je früher man bucht, einen billigeren Flug bekommt. Plattformen im Internet vergleichen alle Angebote und bieten einen guten Überblick. Am besten schaut ihr gleich auf mehreren Plattformen nach, da man hier manchmal unterschiedliche Angebote bekommt. Bei einem Flug nach Kanada ist zu beachten, dass bei Flügen mit Umsteigen in die USA selbst dann schon Gebühren für eine Einreiseerlaubnis zu entrichten sind, wenn man eigentlich nur umsteigt und den Flughafen nicht verlässt. Diese Gebühren sollte man in diesem Fall mit einberechnen. Wichtig ist bei der Flugbuchung auch, die Ankunftszeit zu berücksichtigen. Zu der Ankunftszeit muss am besten eine Stunde für die Einreisekontrolle und das dementsprechende Schlange stehen eingeplant werden und die Zeit, die man vom Flughafen zum Hotel braucht. Wenn man in einem Flugzeugsitz nicht schlafen kann, kann man unter Umständen mit sehr viel Schlafmangel an seiner Unterkunft ankommen.

Bei Hotels gilt in Nordamerika, dass es günstige aber gute Angebote wie in Deutschland leider nicht gibt. Viele Hotels in günstiger Preislage sind weit außerhalb der Stadt und/oder sehr dreckig und in einer schlechten Wohngegend. Wenn man nur allein oder zu zweit unterwegs ist, sind Angebote wie Airbnb.com eine Alternative, auf der private Anbieter ihre Gästezimmer anbieten. Neben dem günstigen Preis hat man auch den Vorteil, gleich jemanden aus der Stadt kennenzulernen der einem viele Tipps geben kann.

Inzwischen bieten auch viele Reisebüros Städtereisen an, ob diese billiger sind als das direkte Buchen muss jedoch im Einzelfall geprüft werden.

Wenn ihr einen Mietwagen buchen wollt, macht dies nicht am Flughafen, dort sind die Preise höher als normal. Am besten sucht ihr auch hier über das Internet einen Mietwagen. Achtung: In Nordamerika sind Automatik-Getriebe Standard. Nach Gangschaltung müsst ihr unter Umständen etwas suchen. In Kanada und den USA ist der Deutsche Führerschein drei Monate lang gültig und wird im Normalfall von allen Autovermietungen akzeptiert. Wenn ihr also keinen extrem langen Aufenthalt plant, müsst ihr beim Thema Führerschein nichts weiter beachten.

Je nachdem ob ihr eher der spontane Typ seid oder ob ihr gerne alles im Voraus plant, könnt ihr euch überlegen was ihr außer dem Spielbesuch noch machen wollen. Mein Tipp: Es hat seinen Reiz sich etwas (wie z.B. ein Museum) vorzunehmen, aber auch Zeit einzuplanen um einfach mal durch die Stadt zu schlendern.

Wie komme ich an Tickets?

Die Einfachste Art ist, einfach auf die Website Ticketmaster.com zu gehen, welches das offizielle Partnerunternehmen der NBA ist. Alternativ kann man auch auf die Websites des Heimteams gehen, von dort wird man aber nur auf den Bereich von Ticketmaster weitergeleitet, in dem die Tickets des jeweiligen Teams angeboten werden. ACHTUNG: Bei Ticketmaster werden die Heimteams im Gegensatz zur NBA-Website immer zuerst genannt (Bei der NBA selbst heißt es dann zum Beispiel „Lakers @ Celtics“ bei einem Heimspiel der Kobolde, dasselbe Spiel heißt bei Ticketmaster „Celtics – Lakers“). Deshalb schaut lieber noch mal nach, in welcher Arena gespielt wird!

Kauft die Tickets bitte NICHT bei einem der Typen die vor den Arenen rumstehen und teilweise aggressiv Leute ansprechen. Die Tickets sind meist überteuert und können unter Umständen sogar gefälscht sein. Ticketmaster.com bietet selbst einen sogenannten Zweitmarktplatz auf dem Fans die Tickets verkaufen können, die sie nicht nutzen können.

Als Lieferart kann man entweder ein sogenanntes print-at-home machen, also sprich ein PDF ausdrucken, auf welchem alle Daten des Tickets sowie ein Barcode abgebildet sind. Oder man wählt die Option „Will-Call“, und kann das Ticket vor dem Spiel an der Kasse abholen. Hierfür braucht man die Kreditkarte, mit der bezahlt wurde, sowie ein gültiges Ausweisdokument mit Lichtbild (Reisepass, Personalausweis oder Führerschein).

Was die Preislage angeht muss jeder selbst wissen wie viel er bereit ist zu zahlen. Klar ist, je besser die Sicht, desto mehr lassen sich die Vereine die Tickets kosten. Je weiter man vom Spielfeld weg sitzt, desto schlechter die Sicht. Gerade ganz oben sind die Plätze billig, aber mit einer sehr schlechten Sicht. Wenn man nur selten in Nordamerika ist, sollte man sich überlegen ob man nicht lieber etwas mehr investiert. Es müssen ja nicht unbedingt Tickets in der ganz teuersten Kategorie sein …

Solltet ihr nicht auf ein bestimmtes Stadion festgelegt sein, kann man hier bares Geld sparen. Die Knicks und Lakers leben von ihrem Namen und verlangen horrende Preise, ohne dass man hier auch die beste Spielqualität findet. Auch der Madison Square Garden ist, trotz Renovierung, nicht mehr zeitgemäß und lebt mehr vom Namen als von wirklichem Komfort. Die Website Fancostexperiance.com hat die durchschnittlichen Ticketpreise verglichen. Deren Ergebnisse möchten wir nicht vorenthalten:

ATP

Wichtige Hinweise

Für einige von euch mögen die nun folgenden Punkte wichtig sein, aber auf manche Dinge sollte man besser ein Mal zu oft hinweisen als einmal zu wenig…

  • In den USA und auch in Kanada herrscht beim Fahren striktes Alkoholverbot! Wenn ihr also mit einem Mietwagen fahrt und GROSSEN Ärger vermeiden wollt, verzichtet lieber auf das Bier in der Arena…
  • In den USA, und auch in Kanada, ist auch der öffentliche Konsum, in manchen Teilen der USA sogar der Transport von Alkohol (außerhalb lizensierter Bereiche) verboten. Also bleibt mit eurem Bier im Restaurant, in der Halle oder dem Hotel. Ihr erspart euch Probleme.
  • Das Alterslimit für Bier und härtere Sachen ist jenseits des Atlantiks übrigens 21. Wer noch keine 21 ist, muss sich wohl mit Cola begnügen.
  • Die NBA-Teams finanzieren sich jedoch nicht nur durch Ticketpreise und Fernsehgelder. Auch das Essen und die Getränke tragen sehr zum Umsatz der Teams bei. Wenn ihr also etwas in der Arena essen/trinken wollt, nehmt genug Geld mit!
  • Plant genügend Zeit für die Anreise ein. Ein Stau, eine Verspätung des Fliegers, es kann viel passieren. Ich habe zumindest bei Bundesliga-Spielen schon genügend Leute erlebt, die nur noch die zweite Halbzeit eines Spiels gesehen haben weil sie keinen Puffer bei der Anfahrt eingeplant haben.
  • Checkt das Wetter und vor allem die Temperaturen. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen im Februar bei -19 Grad in Toronto zu sein. Wenn ihr nicht gerade Eskimos seid, rate ich davon ab. Genauso würde ich, wenn ihr nicht gerade hitzeaffin seid, auch von einem Trip nach Texas im Mai Abstand nehmen.
  • Brutto ist nicht netto! Was wie ein Slogan der FDP klingt, ist beim Einkaufen sehr wichtig. Die Mehrwertsteuer, in Nordamerika Value Added Tax, VAT, genannt, ist in den meisten Preisen nicht mit drin. Beachtet dies also, bevor ihr beim Bezahlen einen Schock bekommt.
  • Apropos einkaufen: Manche Dinge sind an/in der Arena billiger als in normalen Fanshops, einige Dinge teurer. Bevor ihr wild im Fanshop loskauft, vergleicht lieber die Preise. Die Fanshops haben auch am nächsten Morgen noch auf 😉
  • Seit lieber zu früh als zu spät da. Das Programm in und vor den Arenen ist in jedem Fall einen Besuch wert. Ihr seid nicht jedes Wochenende bei einem NBA-Spiel, nutzt die Zeit. Es lohnt sich.
  • Guter Kaffee ist in Nordamerika auch schwieriger zu bekommen als hier. Ich rate zu McDonalds, die dort einen vergleichsweise guten Kaffee zu guten Preisen anbieten.

Habt ihr auch Tipps zum gelungen NBA-Trip? Wenn ja, postet sie einfach in den Kommentaren …

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