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Anton Gavel wechselt von den Brose Baskets Bamberg zu den Bayern nach München. Was macht den Shooting Guard aber so besonders? Wie spielt er? Was bringt er den Bayern? Ist er im Team von Coach Svetislav Pesic nur einer von vielen Stars auf der Bank oder ein wichtiger Baustein?

Text: Jannes Schäfer

„Das ist eins der dicksten Bücher, die ich überhaupt kenne,“ brüllt Michael Körner ins Sport1-Mikro. „Es heißt: ‚Wann … Anton Gavel … schon immer … für sein Team … da gewesen ist‘.“ Gavel mit den Punkten, Körner in Ekstase. Das Buch, um bei der Metapher zu bleiben, wäre tatsächlich ein sehr dickes. Kapitel vollgepackt mit spielentscheidenden Würfen, individuellen Auszeichnungen und mannschaftlichem Erfolg. Geschichten, die eine Karriere schreibt. Die Karriere eines Guards, der in der Tschechoslowakei geboren, aber in Deutschland zu Hause ist. Der mit 15 Jahren auszog, Basketballprofi zu werden, Europa erkundete und in Basketball-Deutschland zur Identifikationsfigur wuchs.

Mit Stationen in Karlsruhe, Gießen, Spanien und Griechenland landete Gavel 2009 als Ersatz für den verletzten John Goldsberry in Bamberg. Er blieb und sollte in der Folge helfen, die Geschichte des Bamberger Basketballs umzuschreiben. Nicht er alleine, aber als ein wichtiges Zahnrad im Getriebe des Erfolgs. Zusammen mit jenen, die Bamberg in diesem Sommer verlassen haben oder verlassen mussten, begründete er die erfolgreichste Ära in der Basketballhistorie der oberfränkischen Universitätsstadt. Und trägt großen Anteil daran, dass Bamberg schon jetzt, wohl aber spätestens in einigen Jahren in einem Atemzug genannt wird mit Bayer Leverkusen und Alba Berlin, den Basketballhochburgen der BBL-Geschichte.

Viereinhalb Jahre spielte Gavel in Bamberg, holte vier Meisterschaften und drei Pokalsiege. Er spielte an der Seite einiger All-Time-Greats der BBL. Casey Jacobsen und John Goldsberry, beide nach der letzten Saison zurückgetreten vom aktiven Profisport, beide schon jetzt Legenden des Bamberger Basketballs. Brian Roberts und P.J. Tucker, beide nach ihrer Zeit in Bamberg gen NBA abgewandert. Chuck Eidson, Markus Slaughter, Kyle Hines, Bostjan Nachbar, Tibor Pleiß, allesamt später bei europäischen Topclubs unter Vertrag.

PLÖTZLICH ROT

2011/2012 stand Gavel als Starter im möglicherweise besten Team, das die BBL je gesehen hat. Mehr noch: Chris Fleming bezeichnete ihn im Jahr, als Bamberg sich beinahe durch die Playoffs sweepte (3-1 im Viertelfinale gegen Bonn, 3-0 im Halbfinale gegen Quakenbrück, 3-0 im Finale gegen Ulm), in der BIG als den besten Spieler der Liga, explizit noch vor P. J. Tucker und John Bryant. Der Mann hat fast alles erlebt, fast alles gewonnen, was man in Deutschland auf Vereinsebene gewinnen kann. Als Schlüsselspieler. Als Publikumsliebling. Als Vorbild.

Und jetzt? Ist er ein Roter.

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